Das Drei-Kompartiment-Modell

 

Da die Fettmasse dem Körper hauptsächlich als Energiespeicher dient und an den physiologischen Vorgängen des Körpers nicht sehr intensiv beteiligt ist, erscheint es klinisch wesentlich interessanter, die Fettfreie Masse genauer zu analysieren. Insbesondere die Verteilung des Körperwassers auf die Intra- bzw. Extrazellulärbereiche kann dem Kliniker Aussagen über den Ernährungszustand, die Ödembildung bzw. über den allgemeinen Hydrationszustand geben. Zu diesem Zweck wird das Verhältnis der beiden Widerstände Rz und Xc bzw. die im Wechselstromfeld entstehende Phasenverschiebung zwischen Strom und Spannung als Maß für die Unterscheidung zwischen Zellulär- und Extrazellulärbereichen verwendet. Modellhaft wird davon ausgegangen, dass sich die Körperzellen elektrisch wie kleine Kondensatoren verhalten. Die Zellmembran aus Lipiden dient hierbei als Isolator, während das Zellinnere (Zytoplasma) und die Zellumgebung elektrische Leiter darstellen.

fettfreiemasse

 

Zusammensetzung der fettfreien Masse

Mit Hilfe von Referenzmessungen, wie z. B. der Gesamtkörperkaliumbestimmung (K40-Methode), lassen sich Korrelationen zwischen der BIA-Messung und den zellulären Räumen erstellen. K40 ist zu 98 % im Zellinneren zu finden. Knochen enthalten nur sehr wenig K40, weshalb das Skelett vernachlässigt werden kann. Korreliert man die Referenzmessungen mit BIA-Messungen, zeigt sich, dass die Gesamtheit der Zellen proportional zum Phasenwinkel und zur Reaktanz Xc steigt. Die Summe der kalium- und sauerstoffreichen Zellen wird Körperzellmasse (Body Cell Mass; BCM) genannt und umfasst sowohl die Skelettmuskulatur als auch die Zellen der Organe (Nicht-Muskel-BCM). Das Verhältnis von Skelettmuskulatur zu Nicht-Muskel-BCM beträgt beim Gesunden 3,5 : 1 bis 4 : 1

 

(Quelle: Ernährungsmedizinische Praxis, O. Selberg, M.J. Müller, S.70)